
Monatsupdate: Gewinnmitnahmen bei Schwellenländern
Angesichts der Verwerfungen an den internationalen Ölmärkten, einer starken Rallye bei Halbleiteraktien und steigender Anleiherenditen seit Jahresbeginn nehmen wir Anpassungen unserer Positionierung innerhalb von Anlageklassen vor. Zum einen reduzieren wir unsere Position in Schwellenländern zugunsten der Industrieländer. Damit nehmen wir eine regionale Umverteilung vor, behalten aber insgesamt eine neutrale Position in Aktien bei. Zum anderen haben wir unsere Gewichtung in Gold leicht reduziert, obwohl wir diesem Edelmetall weiterhin positiv gegenüberstehen.
Als wir zu Beginn des Jahres eine Übergewichtung in Schwellenländern eingegangen sind, waren die Aktienbewertungen in dieser Region – insbesondere in Schlüsselbranchen wie IT und Industrie – attraktiver als in den Industrieländern.
Aufgrund der starken Rallye bei Schwellenländeraktien liegen die Bewertungen inzwischen jedoch über denen in Europa und Japan. Zudem bleiben die wirtschaftlichen Aussichten für Schwellenländer zwar robust, allerdings wirken sich die infolge der Sperrung der Straße von Hormus gestiegenen Energiepreise relativ stark auf diese Volkswirtschaften aus. Dies schmälert trotz soliden Gesamtwachstums die Attraktivität der Region. Vor diesem Hintergrund reduzieren wir unsere Position in Schwellenländeraktien von „übergewichtet“ auf „neutral“.
Gleichzeitig bieten die Industrieländer eine ausgewogenere und stärker diversifizierte Ertragsdynamik, da dort mehrere Sektoren über attraktive Wachstumsperspektiven verfügen. Dies rechtfertigt eine neutrale und breiter gestreute Positionierung. Daher verwenden wir die Erlöse aus dem Abbau der Schwellenländerposition, um unser Engagement in Aktien aus Industrieländern wieder auf „neutral“ anzuheben. Innerhalb der Industrieländer bevorzugen wir weiterhin US-Aktien gegenüber europäischen Titeln. Sie dürften überdurchschnittlich von den hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz profitieren, die das Wirtschaftswachstum zusätzlich unterstützen.Allokation in Gold reduzieren
Der Aufwärtstrend bei Gold hat in den letzten Monaten nachgelassen. Insbesondere ein Anstieg der Anleiherenditen hat das Edelmetall unter Druck gesetzt, da höhere Renditen Gold im Vergleich weniger attraktiv machten. Zudem hat die Korrelation zwischen Gold und Aktien in letzter Zeit zugenommen. Damit hat die Rolle von Gold als Diversifikationsinstrument im Portfolio abgenommen. Die langfristigen Argumente für Gold bleiben jedoch stark, insbesondere da die Zentralbanken unter dem Strich weiterhin Gold kaufen. Wir reduzieren unsere Goldposition leicht, bleiben jedoch gegenüber dem Edelmetall weiterhin positiv eingestellt.
Fazit
Insgesamt passen wir unsere Positionierung gezielt an das veränderte Marktumfeld an, ohne unsere grundsätzliche Ausrichtung zu verändern. Die Reduzierung in Schwellenländern sowie bei Gold reflektiert vor allem gestiegene Bewertungen und veränderte Marktbedingungen. Gleichzeitig sehen wir in Industrieländern, insbesondere in den USA, weiterhin attraktive Wachstumschancen. Mit dieser ausgewogenen Anpassung bleiben wir flexibel und gut positioniert für die kommenden Marktphasen.