Javascript is requiredActive Investor September 2026: Hauptartikel
Bethmann HAL Active Investor (Hauptartikel): Luftaufnahme von überfluteten Reisfeldern mit spiegelnden Wasserflächen vor einer Berglandschaft. Im Hintergrund sind kleine Siedlungen und markante Karstberge im warmen Licht zu sehen.

Hauptartikel: Investieren in einer Welt knapper werdender Ressourcen

In den vergangenen drei Jahrzehnten profitierten Unternehmen von ei­ner hohen Verfügbarkeit vergleichsweise kostengünstiger Ressourcen. Energie war in ausreichendem Umfang verfügbar, Lieferketten wurden konsequent auf Effizienz ausgerichtet und der technologische Fortschritt bewirkte kontinuierliche Produktivitätssteigerungen.

Gegenwärtig zeichnet sich jedoch bei immer mehr Ressourcen eine Knappheit ab. Von Wasser und Strom bis hin zu Rohstoffen entwickelt sich die Ressourcenknappheit zu einem der maßgeblichen Anlagethemen des kommenden Jahrzehnts. Wir stellen Unternehmen vor, die voraussichtlich von dieser Entwicklung profitieren werden, aber auch solche, die Lösungen zur Bewältigung der Herausforderungen entwickeln.

Die weltweite Nahrungsmittelversorgung gerät aufgrund einer Kombination aus klimabedingten Störungen und einer steigenden geopolitischen Instabilität unter Druck. Ein wesentlicher Einflussfaktor ist El Niño, ein wiederkehrendes Klimaphänomen, das die globalen Wetterverhältnisse vorübergehend verändert. Es entsteht, wenn die Wassertemperaturen im Pazifik über das langjährige Mittel steigen. Dies führt in einigen Regionen zu Dürren und in anderen zu übermäßigen Niederschlägen, wodurch die landwirtschaftliche Produktion beeinträchtigt wird. In der Vergangenheit führte El Niño zu einem Rückgang der weltweiten Ernteerträge bei Mais um rund 2,3 Prozent, bei Weizen um 1,4 Prozent und bei Reis um 0,4 Prozent1.

Wetterextreme als Belastungsprobe für die Landwirtschaft

 

Die aktuelle El-Niño-Phase könnte stärkere Störungen hervorrufen als üblich. Meteorologen erachten die Wahrscheinlichkeit eines starken oder sogar sehr starken El-Niño-Ereignisses bis Anfang 2027 als hoch. Folglich könnte das Dürrerisiko in wichtigen Agrarregionen zunehmen, darunter Australien, Südostasien, Indien und Teile Lateinamerikas. Geringere Ernteerträge, insbesondere bei Weizen, Reis, Zucker und Palmöl, könnten erneut Schwankungen der Lebensmittelpreise sowie einen Anstieg der Inflation bewirken. Dies ist bereits in mehreren Ländern, insbesondere in Schwellenländern, erkennbar. Gleichzeitig belasten geopolitische Spannungen weiterhin die Düngemittel- und Energiemärkte und verstärken den Druck auf die globale Versorgung.

Untersuchungen zufolge könnte damit die Phase der strukturell niedrigen Lebensmittelinflation zu Ende gehen. Allein klimabedingte Störungen könnten die globale Lebensmittelinflation bis 2035 um jährlich 0,9 bis 3,2 Prozentpunkte erhöhen2. Steigende Lebensmittelpreise wirken sich in Schwellenländern stärker auf die Gesamtinflation aus als in Industrieländern, da die dortigen Haushalte einen größeren Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel aufwenden. Darüber hinaus erhöhen die geringe Rentabilität der Landwirtschaft, steigende Arbeitskosten und strengere Umweltstandards die Produktionskosten. Regierungen und Nahrungsmittelhersteller räumen der Versorgungssicherheit generell eine höhere Priorität ein als den Kosten.
Die Abbildung zeigt den geschätzten Einfluss El-Niño-bedingter Dürren und Starkniederschläge auf die Verbraucherpreisinflation in 15 Volkswirtschaften. Den stärksten Anstieg verzeichnen die Philippinen mit 1,85 Prozentpunkten, gefolgt von Mexiko mit 1,17 und Malaysia mit 1,11 Prozentpunkten. Argentinien weist mit −0,21 Prozentpunkten als einziges Land einen Rückgang auf. Haupttreiber sind Dürren; Starkniederschläge wirken sich nur gering und uneinheitlich aus.

Wasser als Schlüsselfaktor für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit

 

Die Wasserknappheit entwickelt sich rasant zu einem ökologischen und wirtschaftlichen Problem. Bereits heute leben rund drei Viertel der Weltbevölkerung in Regionen, in denen die Süßwasserressourcen eingeschränkt sind3. Die aktuelle Dürrephase in Europa, Tiefstände in Flüssen wie Rhein und Donau sowie die wachsenden Sorgen über die Verfügbarkeit von Wasser in Teilen der USA und Großbritanniens verdeutlichen, dass Wasserarmut nicht mehr nur traditionell wasserarme Regionen betrifft. Niedrige Wasserstände beeinträchtigen die Schifffahrt, die industrielle Produktion und die Energieerzeugung. Daraus resultieren steigende Kosten und Engpässe in den Lieferketten.

Auch der steigende Bedarf von Rechenzentren verschärft die Wasserknappheit. Diese sind für KI und Cloud-Computing unverzichtbar, benötigen jedoch erhebliche Wassermengen zur Kühlung. Weltweit erhöhen Regierungen daher ihre Investitionen in Wasserinfrastruktur, Speicherkapazitäten, Entsalzung und Wiederaufbereitung – ein Zeichen für die wachsende Bedeutung von Wasser für das Wirtschaftswachstum, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die langfristige Produktivität.

Kritische Rohstoffe im Zeitalter von KI und Elektrifizierung

 

Gegenwärtig wirkt die Ressourcenknappheit über Lebensmittel und Wasser hinaus. Der Übergang zu einer digitalisierten und elektrifizierten Wirtschaft erfordert unter anderem größere Mengen an Kupfer, Lithium, Seltenen Erden und weiteren kritischen Mineralien. Der Kupferpreis steht in besonderem Maße für diese Entwicklung: S&P Global schätzte im Jahr 2022, dass sich die Nachfrage nach Kupfer bis 2035 etwa verdoppeln könnte4. Maßgebliche Treiber sind Investitionen in erneuerbare Energien, Stromnetze, Rechenzentren, Elektrofahrzeuge und Verteidigungsinfrastruktur. Langwierige Genehmigungsverfahren für neue Bergbauprojekte, sinkende Fördermengen und Investitionsrückgänge in der Vergangenheit dämmen das Wachstum jedoch ein. Prognosen zufolge dürfte dies in den kommenden Jahren zu strukturellen Engpässen führen5. Die Sicherung des Zugangs zu kritischen Rohstoffen ist daher für zahlreiche Regierungen zu einer strategischen Priorität geworden.

USA, Europa, Australien und Südkorea erweitern ihre Lagerbestände und fördern die heimische Produktion von Rohstoffen wie Kupfer und Lithium. Dennoch sind viele Länder abhängig von China: Das Land kontrolliert rund 90 Prozent der Verarbeitung von Seltenen Erden, 60 Prozent der Lithiumverarbeitung und mehr als die Hälfte der weltweiten Kupferveredelung6.

Auch wegen der KI nimmt der Wettbewerb um knappe Rohstoffe zu. Die steigende Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherchips setzt die Lieferketten der Halbleiterindustrie erheblich unter Druck. Unternehmen wie Micron und SK Hynix gehen davon aus, dass der Chipmangel bis Ende dieses Jahrzehnts bestehen könnte. Die Herstellung dieser Chips ist auf knappe Ressourcen wie Helium, spezielle Chemikalien und hochreines Wasser angewiesen.

Chancen in Zeiten wachsender Engpässe

 

Die Engpässe bei Nahrungsmitteln, Wasser und kritischen Rohstoffen prägen die Weltwirtschaft – unabhängig davon, ob sie durch den Klimawandel, geopolitische Entwicklungen, die Energiewende oder den Aufstieg der KI verursacht werden. Für Investoren können sich aus diesen Herausforderungen Chancen ergeben. Unternehmen, die knappe Ressourcen fördern, könnten von einer stärkeren Preissetzungsmacht und einer anhaltenden Nachfrage profitieren, beispielsweise das Bergbauunternehmen Glencore, Corteva als Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut sowie der Düngemittelhersteller Nutrien.

Gleichzeitig können Unternehmen, die Volkswirtschaften bei der Anpassung an die Ressourcenverknappung unterstützen, von wachsenden Investitionen in Resilienz, Infrastruktur und Ressourceneffizienz profitieren. Dazu gehören Unternehmen aus den Bereichen Wasseraufbereitung und wasserbezogene Technologien wie Veralto und Xylem, Anbieter von Energietechnik und Energiemanagementlösungen wie Siemens Energy und Schneider Electric sowie Anbieter von Kühlsystemen für Rechenzentren wie Vertiv.

 

1 Morgan Stanley – Hamsterkäufe, Verknappung und sichere Anlagen (August 2026).

2 UBS, „Das Ende der günstigen Lebensmittel?“, August 2026.

3 Bloomberg Intelligence.

4 S&P Global, Juli 2022.

5 BCA Research – Der Anstieg der Energiepreise wird die Inflation weiter in die Höhe treiben (August 2026)

6 Morgan Stanley – Konsolidierung, Verknappung und Regionalisierung (Dezember 2025).

 

 

Wichtige Hinweise der Bethmann HAL 

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Bei der Darstellung der Wertentwicklung von Finanzinstrumenten und Finanzindizes handelt es sich um Bruttowerte. Die dargestellte Bruttowertentwicklung berücksichtigt keine individuellen Gebühren wie insbesondere Transaktionskosten, Verwahr- und Depotgebühren sowie sonstige Kosten, die sich bei einer Investition in diese Finanzanlagen mindernd auf die Kursentwicklung auswirken. Marktüblich liegen diese bei durchschnittlich ca. 1,6 % p. a..

Die folgende Musterrechnung veranschaulicht beispielhaft die Auswirkungen anfallender Transaktionskosten bei unterschiedlichen Szenarien/Kursverläufen nach einem Anlagejahr:

Die prozentuale Entwicklung des Basiswertes von +20 % kann nach Provisionen, Gebühren und weiteren Entgelten ein Ergebnis von +14,8 % betragen.

Die prozentuale Entwicklung des Basiswertes von 0 % kann nach Provisionen, Gebühren und weiteren Entgelten ein Ergebnis von -4,3 % betragen.

Die prozentuale Entwicklung des Basiswertes von -23,5 % kann nach Provisionen, Gebühren und weiteren Entgelten ein Ergebnis von 23,5 % betragen.

Bitte beachten Sie, dass diese Kosten in den Abbildungen nicht berücksichtigt sind.

Die Beurteilung eines Unternehmens über den sogenannten Nachhaltigkeitsindikator erfolgt in den fünf Ausprägungen Ausgezeichnet, Gut, Durchschnittlich, Schwach und Sehr schwach. Sie erfolgt anhand der Einstufung von Umweltorientierung (Environment), Sozialverhalten (Social) und verantwortungsvoller Unternehmensführung (Government) eines Unternehmens unter Berücksichtigung negativer Vorfälle (Controversies). Zur Analyse werden Daten des Analyseunternehmens Sustainalytics einbezogen. Die Nachhaltigkeitsstufe berücksichtigt die Einstufung des Unternehmens in Abhängigkeit von der Industriegruppe, der Größe und dem Standort des Unternehmens. Unternehmen der obersten 25 % im Ranking der Vergleichsgruppe erreichen die Beurteilungsstufe Ausgezeichnet. Unternehmen der niedrigsten 10 % im Ranking der Vergleichsgruppe werden mit der Nachhaltigkeitsstufe Sehr schwach beurteilt.

Anleger sollten sich vor dem Erwerb eines in dieser Ausarbeitung genannten Finanzinstruments eine Beratung zur Kapitalanlage sowie zu ihrer steuerlichen und rechtlichen Situation einholen, um die individuelle Eignung des zu erwerbenden Finanzinstruments (insbesondere in Bezug auf die Risikohaltigkeit) zu prüfen. Diese Ausarbeitung darf weder fotokopiert noch in anderer Art und Weise ohne die vorherige Zustimmung der Bethmann HAL vervielfältigt werden. Die Informationen in dieser Ausarbeitung richten sich ausschließlich an Anleger in Deutschland, die nicht US-Personen sind bzw. keinen Wohnsitz in den USA haben.

[DAX ist eingetragenes Warenzeichen der Deutsche Börse, Dow Jones, Nikkei und Stoxx sind eingetragene Warenzeichen von Dow Jones]. Verantwortlich: Bethmann HAL Investment Strategie & Research; Redaktion: Johanna Handte; Herausgeber: ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch, Mainzer Landstraße 1, 60329 Frankfurt am Main, Tel.: 069/2177-1631. Die Bethmann HAL unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn und Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt am Main, sowie der Aufsicht der Europäischen Zentralbank, Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main.

Mögliche Interessenkonflikte

Folgende Interessenkonflikte können bestehen:

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Interne organisatorische und regulative Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten

Mitarbeiter/-innen der Bethmann HAL, die mit der Darbietung von dieser Ausarbeitung befasst sind, unterliegen den konzern- bzw. hausinternen Compliance-Regelungen, die sie als Mitarbeiter/-innen eines Vertraulichkeitsbereiches einstufen. Die Compliance-Regelungen der Bethmann HAL entsprechen den regulatorischen Anforderungen.

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Stand: September 2026