
Wochenkommentar: Positive Meldungen dominieren
Die Aktienmärkte erlebten eine weitere volatile Woche, die von einer nachlassenden Inflation in den USA, erneuten Konflikten rund um die Straße von Hormus und einer Verlagerung des Fokus auf die Fundamentaldaten der Unternehmen geprägt war.
Die gedämpften Inflationsdaten drückten die Anleiherenditen nach unten und veranlassten die Märkte dazu, die Erwartungen an das Tempo weiterer Straffungsmaßnahmen der Federal Reserve zurückzuschrauben, was den US-Aktien Auftrieb verlieh. Die Wertentwicklung verlief jedoch uneinheitlich. Kommunikationsdienstleister und Mega-Cap-Technologieunternehmen schnitten überdurchschnittlich gut ab, während der Energiesektor und Teile der Halbleiterbranche hinterherhinkten. In Europa zeigte sich der Stoxx 600 widerstandsfähig, obwohl geopolitische Unsicherheiten und höhere Energiepreise die Risikobereitschaft weiterhin dämpften.
US-Banken sorgten für einen starken Auftakt der Berichtssaison für das zweite Quartal. Die größten Kreditinstitute übertrafen die Umsatz- und Gewinnerwartungen deutlich. Unterstützt wurde dies durch außergewöhnlich hohe Handelsaktivitäten, eine Erholung im Investmentbanking und gesundes Kreditwachstum.
Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran ist am Wochenende faktisch zusammengebrochen, nachdem die USA erneut Beschränkungen für den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus verhängt hatten. Störungen der Energieexporte aus der Golfregion und erneute Versorgungsängste trieben die Ölpreise in die Höhe.
Vor diesem Hintergrund lieferten die makroökonomischen Daten aus den USA einen Gegenpol. Die Verbraucherpreisdaten für Juni fielen unter den Erwartungen aus, nachgezogen wurde ein schwächerer Bericht über die Erzeugerpreise. Die Zinsmärkte reagierten auf diese Daten. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve im Juli sank von etwa 40–50 % auf 10 %. Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen sanken um rund 14 Basispunkte auf etwa 4,15 %. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegte sich wieder in Richtung 4,5 % und ging nicht zurück auf einen Wert unter 4 Prozent. Die Signale der Federal Reserve zeigten jedoch eine gemischte Tendenz. Der Vorsitzende Kevin Warsh bekräftigte, dass die Fed eine anhaltend hohe Inflation nicht akzeptieren werde.
Europäische Staatsanleihen entwickelten sich unabhängig von US-Staatsanleihen, bei denen die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe um rund 6 Basispunkte auf 3,13 % stieg. Das disinflationäre Signal aus den US-Daten wurde von der relativ zurückhaltenden Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) und anhaltenden Inflationssorgen im Energiesektor überschattet. Infolgedessen rechnen die Märkte weiterhin mit einer weiteren Straffung der Geldpolitik durch die EZB im Jahr 2026.
Die Kreditmärkte gingen trotz des sich verschlechternden geopolitischen Umfelds nicht zurück. Die Kreditrisikoaufschläge (Spreads) von Anleihen mit Investment Grade in US-Dollar weiteten sich leicht auf rund 77 Basispunkte aus, was vor allem auf das hohe Emissionsvolumen im Primärmarkt zurückzuführen war, während die Spreads von High-Yield-Anleihen in US-Dollar bei rund 266 Basispunkten verharrten und damit deutlich unter den historischen Durchschnittswerten lagen. In Europa blieben die Spreads für Investment Grade-Anleihen mit rund 77 Basispunkten weitgehend unverändert, während die Spreads für High-Yield-Anleihen bei etwa 260 Basispunkten schwankten und auch deutlich enger waren als im langfristigen Durchschnitt.
Derzeit wägen die Märkte ermutigende Anzeichen einer Disinflation gegen die zunehmende Unsicherheit am Persischen Golf ab. Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir weiterhin hochwertige Unternehmensanleihen, halten unser Engagement in Hochzinsanleihen begrenzt und behalten eine neutrale Haltung gegenüber Anleihen aus Schwellenländern bei. Bewertungs- und Risikoüberlegungen stützen diese Positionierung weiterhin, obwohl die Spreads deutlich ansteigen und bei einer verbesserten geopolitischen Lage letztendlich attraktivere Einstiegsmöglichkeiten schaffen könnten.
Redaktionsschluss: donnerstags, 15:00 Uhr
Der vollständige Marktbericht steht unseren Kunden wöchentlich zur Verfügung.