
Monatsupdate: Gewinndynamik und Konjunkturstärke sprechen für Aktien
Im Verlauf des Sommers hat sich das Umfeld für Aktien spürbar aufgehellt. Ein unterstützendes makroökonomisches Umfeld sowie eine besser als erwartete Berichtssaison liefern aus unserer Sicht ausreichend Gründe, die Aktienquote erneut auf ein Übergewicht anzuheben.
Gleichzeitig stufen wir Schwellenländer von neutral auf übergewichtet hoch, wobei wir im Gegenzug unsere Positionierung in den Industrieländern auf ein Untergewicht reduzieren. Auf Sektorebene erhöhen wir unsere Gewichtung im Technologiesektor und reduzieren im Gegenzug Basiskonsumgüter.
Makroökonomie: Das Umfeld bleibt konstruktiv
Die Märkte sehen sich weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich der Lage in der Straße von Hormus sowie der Nachhaltigkeit des KI-getriebenen Wachstums gegenüber. Dennoch überwiegen aus unserer Sicht die stabilisierenden Faktoren und positiven Trends, die einen konstruktiven Ausblick für die weiterhin robuste Weltwirtschaft rechtfertigen.
Erstens sorgen die rückläufige Ölnachfrage aus Asien, alternative Transportwege sowie Berichte über weiterhin durch die Meerenge laufende Öllieferungen dafür, dass Investoren einer möglichen Schließung der Straße von Hormus mit größerer Gelassenheit begegnen können. Zweitens bleiben Investitionen in Künstliche Intelligenz ein wichtiger Wachstumstreiber der US-Wirtschaft und dürften im kommenden Jahr erneut über die bisherigen Investitionssummen wachsen. Die positiven Effekte beschränken sich dabei zunehmend nicht mehr nur auf Hyperscaler und Technologieunternehmen, sondern erfassen immer breitere Teile der Wirtschaft. Schließlich erwarten wir auch im kommenden Jahr in allen großen Wirtschaftsregionen weiteres Wachstum, während die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen auf absehbare Zeit voraussichtlich nicht anheben wird. Zusammengenommen schaffen diese Faktoren ein günstiges Umfeld für risikobehaftete Anlagen.Aktien: Gründe für weiteren Optimismus
Der Ausblick für Aktien hat sich im Laufe des Sommers verbessert. Das makroökonomische Umfeld präsentiert sich weiterhin solide, und die jüngste Berichtssaison hat das Vertrauen in den KI-Investitionstrend zusätzlich gestärkt. Besonders bedeutsam ist, dass inzwischen erste Belege für die Monetarisierung von KI-Anwendungen sichtbar werden. Unternehmen können zunehmend nachweisen, dass Investitionen in KI und Cloud-Infrastruktur zu höheren Erträgen beitragen werden. Obwohl die Erwartungen an das Gewinnwachstum bereits ambitioniert waren, konnten viele Unternehmen die Prognosen übertreffen und zugleich einen überzeugenden Ausblick für die kommenden Quartale liefern.
Darüber hinaus beobachten wir eine gesunde Marktverbreiterung: Der Aufwärtstrend wird nicht länger ausschließlich von den größten Technologieunternehmen getragen, sondern erstreckt sich zunehmend auf den breiteren Markt. Vor diesem Hintergrund erhöhen wir unsere Aktiengewichtung von neutral auf übergewichtet.
Innerhalb der entwickelten Märkte bevorzugen wir weiterhin Nordamerika gegenüber Europa. Nordamerika bietet aus unserer Sicht die attraktivste Kombination aus Gewinnmomentum, breiter KI-Partizipation und unterstützenden makroökonomischen Rahmenbedingungen.
Zudem erhöhen wir unsere Gewichtung des Technologiesektors von neutral auf übergewichtet. Die Gewinnaussichten des Sektors waren bereits überzeugend und haben sich zuletzt weiter verbessert. Gleichzeitig hat die jüngste Korrektur bei Halbleiterwerten die Bewertungen attraktiver werden lassen. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Halbleitern übersteigt nach wie vor das verfügbare Angebot. Darüber hinaus könnte der Technologiesektor von einer Erholung der Softwarewerte profitieren, die bislang hinter der allgemeinen Marktentwicklung zurückgeblieben sind. Die Bewertungen im Softwaresegment erscheinen attraktiv, während Softwareunternehmen zu den größten Gewinnern der zunehmenden KI-Durchdringung zählen dürften.
Im Gegenzug reduzieren wir unsere Gewichtung von Basiskonsumgütern. Das Gewinnwachstum in diesem Sektor zählt zu den schwächsten am Markt, während steigende Agrarrohstoffpreise zusätzlichen Margendruck verursachen könnten.
Anleihen: Steigende Renditen im Fokus
Anleiheinvestoren sahen sich in den vergangenen Monaten mit steigenden Renditen konfrontiert. Ursachen hierfür sind unter anderem eine hartnäckige Inflation, hohe Haushaltsdefizite sowie eine erhöhte Emissionstätigkeit zur Finanzierung von KI-bezogenen Investitionen. Diese Faktoren vergrößern das Angebot an Anleihen und dämpfen zugleich die Nachfrage. Höhere Renditen verteuern nicht nur die Finanzierungskosten von Staaten und Unternehmen, sondern können ab bestimmten Niveaus auch Gegenwind für die Aktienmärkte darstellen. Derzeit sehen wir diesen Punkt jedoch noch nicht erreicht. Gleichwohl verdienen die jüngsten Entwicklungen erhöhte Aufmerksamkeit.
Das US-Finanzministerium unterstützte eine gemeinsame Intervention zugunsten des japanischen Yen und kündigte zudem Käufe langlaufender US-Staatsanleihen an, um dem Renditeanstieg entgegenzuwirken. Auch wenn solche Maßnahmen grundsätzlich entlastend wirken können, war ihr Umfang vergleichsweise begrenzt und verfügt nach unserer Einschätzung nicht über die notwendige Schlagkraft, um die Marktstimmung nachhaltig zu verändern.
Dennoch halten wir die Weltwirtschaft für ausreichend robust, um den jüngsten Renditeanstieg zu verkraften. Die Realzinsen, also die um die Inflation bereinigten Zinssätze, bewegen sich sowohl in Europa als auch in den USA weiterhin auf moderaten Niveaus. Zudem erwarten wir einen graduellen Rückgang der Inflation sowie sinkende Renditen im weiteren Verlauf. Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir weiterhin Unternehmensanleihen hoher Bonität gegenüber Staatsanleihen, da sie eine hohe Kreditqualität mit attraktiveren laufenden Erträgen verbinden.Fazit
Eine starke Berichtssaison und die anhaltende Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft sprechen für einen konstruktiveren Ausblick auf Aktien. Gleichzeitig verleiht die unverändert hohe Dynamik des KI-Trends den Schwellenländern und dem Technologiesektor zusätzlichen Rückenwind. Daher erhöhen wir unsere Gewichtungen in Aktien, Schwellenländern und Technologie von neutral auf übergewichtet.
Im Rentenbereich bevorzugen wir weiterhin Unternehmensanleihen hoher Qualität. Darüber hinaus halten wir an unserer Goldallokation fest, da Gold sowohl einen wichtigen Diversifikationsbeitrag im Portfolio leistet als auch von langfristigen strukturellen Unterstützungsfaktoren profitiert.