
Economic Research: ifo Geschäftsklima mit Expansionssignal
Das ifo Geschäftsklima ist im September erneut gestiegen (1,1 Punkte). Der jüngste Energiepreisschub dürfte den Anstieg noch begrenzt haben. Das Fiskalpaket sorgt weiter für Konjunkturimpulse. Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten wir ein etwas geringeres Konjunkturtempo.
Der ifo Geschäftsklimaindex hat im September erneut zugelegt, dieses Mal um 1,1 auf 89,9 Punkte. Die Lagebeurteilung der befragten Unternehmen ist um 1,0 auf 89,5 Punkte gestiegen, die Geschäftserwartungen nahmen um 1,4 auf 90,4 Punkte zu. Damit setzt das Geschäftsklima seinen Aufwärtstrend fort. Schon in den vorangegangenen vier Monaten hatte sich dieses erholt.
Der Blick auf die Wirtschaftssektoren zeigt weiter ein relativ einheitliches Bild: die Aufhellung des Geschäftsklimas ist breit angelegt. Verglichen zum Tiefpunkt im April ging es im Verarbeitenden Gewerbe um 12,9 Punkte, im Dienstleistungssektor um 11,6 Punkte, im Handel um 15,5 Punkte und im Bauhauptgewerbe um 6,5 Punkte aufwärts. Alles in allem ist das Niveau des Gesamtindex aber noch niedrig.
Positiv auf die deutsche Wirtschaft wirken die Impulse aus dem Fiskalpaket für Verteidigung und Infrastruktur, aber auch die robuste Weltwirtschaft. Der jüngste Energiepreisschub bei Rohöl, aber auch bei Strom und Gas dürfte die Produktion und Konsumausgaben der privaten Haushalte fortan stärker belasten. Gestiegene Finanzierungsbedingungen bremsen die Konjunktur zusätzlich. Zunehmende politische Unsicherheiten setzen unseres Erachtens außerdem ein Fragezeichen hinter die von der Bundesregierung geplante Umsetzung dringend benötigter Reformen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.
Der erneute Anstieg des Geschäftsklimas sendet ein Expansionssignal für die deutsche Wirtschaft. Wir rechnen damit, dass das Fiskalpaket weiter für belebende Impulse sorgen wird. In unserer BIP-Prognose für Deutschland gehen wir dennoch davon aus, dass das Konjunkturtempo vor allem wegen energiepreisbedingter Belastungen im zweiten Halbjahr 2026 geringer ausfallen wird als im ersten Halbjahr. Die Aufwärtschancen für die Prognose sind unseres Erachtens begrenzt.
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