
Economic Research: Chinesische Wirtschaft wächst solide
In China hat die Konjunkturdynamik im dritten Quartal 2026 auf 1,2 % gegenüber dem Vorquartal leicht zugenommen. Die Vorjahresrate des BIP stieg dadurch von 4,3 % auf 4,5 %. Es zeigt sich weiterhin ein Ungleichgewicht von Exportboom und schwacher heimischer Nachfrage.
Laut dem chinesischen Statistikamt expandierte die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2026 um 1,2 % zum Vorquartal, nach 0,9 % zuvor. Die Vorjahresrate des BIP stieg entsprechend von 4,3 auf 4,5 %. Wir erwarten weiterhin, dass das 2026er-Wachstumsziel des Politbüros von 4,5-5,0 % erreicht wird.
Nach schwächeren Einkaufsmanagerindizes im Juli und August signalisieren auch die Ergebnisse für September eine gewisse Stabilisierung. Die Industrieproduktion lag zuletzt 5,5 % über dem Vorjahr. Eine Hochkonjunktur verzeichnet weiter die mit der Industrie eng verwobene Exportwirtschaft. Die Ausfuhren lagen im dritten Quartal 28,4 % über dem Vorjahr. Chinesische Anbieter gewinnen global weiter Marktanteile durch aggressive Niedrigpreisstrategien. Zudem schiebt der KI-Boom viele Technologiesektoren an.
Die Schwäche der Binnenwirtschaft zeigt sich mitunter weiter in rückläufigen Investitionen (-7,2 % zum Vorjahr) und einer anhaltend schwachen Entwicklung der Einzelhandelsumsätze (1,1 %). Die Häuserpreise fallen nunmehr seit vier Jahren und liegen mehr als 30 % unter ihren Höchstständen. Das belastet die Konsumstimmung der Haushalte. Auch deutet die Divergenz zwischen Erzeugerpreisen (5,0 %) und Verbraucherpreisen (0,9 %) auf eine schwache Konsumdynamik und auf unter Druck stehende Gewinnmargen hin.
Für 2026 rechnen wir weiter mit einem BIP-Wachstum von 4,6 %. Das Politbüro hält sich bei neuen fiskalischen Programmen zwar zurück, drängt aber darauf, bestehende schneller umzusetzen. Die Schuldenvorgaben an die Lokalregierungen wurden jüngst etwas gelockert. Zur weiteren Stützung erwarten wir für 2027 auch zwei Leitzinssenkungen der PBoC (je 10 Bp). Als Konjunkturrisiken sehen wir die Geo- und Handelspolitik sowie eine Abschwächung des KI-Booms an.
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