
Economic Research: BIP-Tempo in China sinkt ab
In China hat die Konjunkturdynamik im zweiten Quartal 2026 abgenommen. Die Vorjahresrate des BIP sank von 5,0 % auf 4,3 %. Hohe Energiereserven haben den Rückgang abgefedert. Exporte boomten weiterhin, die heimische Nachfrage entwickelte sich aber schwach.
Laut dem chinesischen Statistikamt expandierte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2026 um 0,9 % zum Vorquartal, nach 1,3 % zuvor. Nach dem guten Jahresstart sank die Konjunkturdynamik vor allem aufgrund des Energiepreisschocks und der dadurch erhöhten Unsicherheit. Entsprechend nahm die Vorjahresrate des BIP im zweiten Quartal auf 4,3 % ab, nach 5,0 %. Damit werden weitere Stützungsmaßnahmen des Politbüros im zweiten Halbjahr wahrscheinlicher, um das 2026er-Wachstumsziel von 4,5-5,0 % zu erreichen.
China hat seine hohen strategischen Rohstoffreserven eingesetzt, um den Energiepreisschock und fehlende Rohöllieferungen aus dem Iran abzufedern. Zudem wurde der Energiemix teils von Gas auf Kohle umgestellt. Trotzdem ist bei den Unternehmen ein höherer Preisdruck angekommen. Die Erzeugerpreise stiegen im Juni um 4,1 % zum Vorjahr, so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Wegen Preisregulierungen und einer schwachen heimischen Nachfrage kam es aber bis zuletzt nicht zu einer merklichen Preisüberwälzung an die Verbraucher. Die Schwäche der Binnenwirtschaft zeigt sich weiter bei den Konsumausgaben sowie rückläufigen Investitionen. Auch der Preisrückgang bei Immobilien setzte sich fort, er drückt weiter auf die Konsumstimmung.
Anders als die Binnenwirtschaft verzeichnet die Exportwirtschaft weiterhin eine Hochkonjunktur. Die Ausfuhren lagen im zweiten Quartal 20 % über dem Vorjahr. Der Außenhandelsüberschuss erreichte mit 315,7 Mrd. US-$ einen neuen Spitzenwert. Chinesische Anbieter gewinnen global weiter Marktanteile durch aggressive Niedrigpreisstrategien. Zudem schiebt der KI-Boom viele Technologiesektoren an.
Für 2026 rechnen wir weiter mit einem BIP-Wachstum von 4,6 %. Konjunkturrisiken stellen nach wie vor geopolitische Verwerfungen und eine Abschwächung des KI-Booms dar.
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